Meine Erfahrung im Rollstuhl oder: So war das opentransfer Camp

Vor einiger Zeit habe ich hier das opentransfer Camp vorgestellt, jetzt bin ich gerade frisch zurück und möchte ein paar Eindrücke zusammenfassen.

Freitag

Am Freitag Vormittag ging es los, von München mal wieder mit dem Fernbus nach Dortmund. Nach einer langen Fahrt angekommen erstmal zu David und Lisa, wo wir lecker bekocht wurden. Am Abend war dann noch ein kurzes get-together mit dem Orga-Team vom Camp und ein paar Gästen. Wir kamen etwas später, aber es war noch ein kuzweiliger Abend.

Samstag

Der Tag des Camps. Angeregt durch Lisas Text und da ich die Chance hatte von Profi David beraten und angelernt zu werden, habe ich mich entschieden den Tag im Rollstuhl zu verbringen.

Die Fahrt zum Camp war noch recht entspannt, da wir mit dem Auto gefahren sind. Wir sind in dem Fall Lisa & David, ein Kumpel von David und ich.

In der TU angekommen schon die erste Herausforderung, vom Parkplatz zum Veranstaltungsraum. Hierzu mussten wir einen „Hügel“ überqueren, der mir als sonst-Fußgänger heute im Rollstuhl wie ein kleiner Berg vorkam.

Sessionplanung

Ganz typisch für ein Barcamp stellten sich erst alle Teilnehmer kurz selbst vor. Anschließend fand die Sessionplanung statt. Jeder der wollte konnte sein Thema vorstellen, waren genug interessierte Teilnehmer zu finden, fand die Session statt. Eine Session kann ein Vortrag, Diskussion, Happening etc sein, im Prinzip ist alles erlaubt. Insgesamt gab es vier Einheiten nacheinander und 5 oder 6 parallel.

1) Anastasia Umrik – inkluWAS

Die erste Session die ich besucht habe war von Anastasia, die ihr Projekt inkluWAS vorstellte. Wir haben darüber gesprochen was man machen kann, um die Marke noch bekannter zu machen und Anastasia hat erzählt was sie bisher damit gemacht hat und ein paar Dinge verraten was sie noch plant.

2) Gespräch und Mittagspause

Die zweite Session habe ich mir gespart und in der Zeit ein paar Gespräche geführt in der anschließenden Mittagspause mit David ein paar Übungen im Rollstuhl gemacht. z.B. das balancieren auf zwei Rädern, was leider noch nicht so richtig geklappt hat.

Außerdem entstand in der Mittagspause das Gangfoto 🙂

3) keinwiderspruch Lesung Die eigentliche Idee war, auf dem Camp das keinwiderspruch Crowdfunding vorzustellen. Aber da einige der Autoren auch vor Ort waren habe ich ziemlich spontan gefragt ob sie nicht ihren Text vorlesen möchten. Zum Glück haben alle zugesagt. So habe ich nur ganz kurz das Projekt vorgestellt, wie es dazu kam und warum die Bilder so wiedererkennbar ähnlich und die Texte dagegen so vielseitig und unterschiedlich sind wie sie eben sind.

Ein Barcamp ist auch immer irgendwie eine Socialmedia Geschichte, daher hier ein paar Tweets mit Feedback der Sessionbesucher.

Es hat mich sehr gefreut das alle mitgemacht haben, daher nochmal ein großes Danke an:

Aleksander Knauerhase Twitter Webseite
Anastasia Umrik Twitter Webseite
David Lebuser Twitter Webseite
Lisa Schmidt Twitter Webseite
Rollifräulein Twitter Webseite

Die kurze Präsentation zur Session ist hier online: www.keinwiderspruch.de/keinpowerpoint

 

(C) Weitere Fotos von Andi Weiland hier bei flickr

4) Rollifräulein

Die letzte Session die ich besuchte war von Rollifräulein. Hier wurde ein Interview simuliert und die Zuschauer um Feedback gebeten ob der Verständlichkeit von Wort und Inhalt.

Abend

Nach der letzten Session ging es in die Abendgestaltung. Bzw sind wir erstmal heim zu David, Autos abstellen um dann mit den Rollstühlen wieder los zu fahren. Wir waren erst wieder zu viert, später kamen noch ein paar andere Teilnehmer des Camps und ein Teil des Ortageams dazu.Wir sind dann noch etwas durch Dortmund gefahren, das muss hier jetzt aber nicht im Detail verbloggt werden. 🙂

Feedback zum Camp
Ganz viele Tweets, Infos, Bilder etc zum opentransfer-camp findet man bei Twitter mit dem Hashtag #otc15

Bilder von Andi sind bei flickr. Ein großes Danke an das gesamte Orgateam und alle Beteiligten, es war ein schönes Camp.

Der Rollstuhl und die Fessel
Die Erfahrung im Rollstuhl war super, den Text von Lisa verstehe ich jetzt noch viel besser. Der Rollstuhl ist hier keine Einschränkung und Fessel, sondern er ist definitiv eine Erleichterung im Vergleich zu Krücken. Es sind „einzig und allein“ bauliche Maßnahmen, die hier noch getan bzw verbessert werden müssen und dann gehts richtig ab.

Warum müssen Toiletten z.B. so oft im Keller, natürlich ohne Lift, sein?

Ich kann jedem nur empfehlen so eine Erfahrung selbst einmal zu machen, vor allem wenn man einen Profi an der Hand hat der auch den ein oder anderen Tipp geben kann.

Die Denkweise über Rollstühle, an die man laut Medien ja immer wieder gefesselt ist, wird sich dadurch sicherlich ändern.

Aber auch die Blickweise über die Sinnhaftigkeit von Stufen vor Clubs oder an Türen. Probiert es aus, ich werde es sicherlich wieder machen wenn sich die Chance wieder ergibt.

UPDATE:

Es gibt auch eine Blogparade wo alle Artikel, Blogs und Beiträge zusammengefasst werden.

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2 Antworten

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